Ein Projekt des Olympiazentrum Vorarlberg

Noch einen Monat bis zu den Olympischen Spielen in Paris

Die Qualifikationen für die Olympischen Spiele sind so gut wie abgeschlossen und der Kreis der Athletinnen und Athleten, die ab dem 27.07.2024 in Paris um die Medaillen kämpfen steht so gut wie fest. Jetzt wird der volle Fokus auf die letzten Schwerpunkte im Training gelegt. Gerade Frauen im Leistungssport können durch ein sehr umfangreiches und gleichzeitig intensives Training, auf Grund ihrer hormonellen Schwankungen im Zyklus, besondere Herausforderungen erleben. In einer Befragung von 195 weiblichen Athleten gaben 58% an, sich im Wettkampf durch ihren Zyklus beeinflusst zu fühlen (McNamara et al., 2022). Um am Wettkampftag das volle Potenzial ausschöpfen zu können, sollte eine Optimierung der Gesundheit und der Leistung durch ein langfristiges Tracking des Zyklus, auch hinsichtlich des Auftretens von Symptomen, zur Routine einer jeder Sportlerin werden (Welde et al., 2024). Damit Athletinnen mit voller Energie die Wettkämpfe bestreiten können, ist es vor allem wichtig auf eine ausgeglichene Energieverfügbarkeit zu achten, um so den gesundheitlichen Risiken durch ein längerfristiges Energiedefizit vorzubeugen. Die hormonelle Regulierung, der menstruelle Blutverlust und der damit möglicherweise einhergehende Eisenmangel, können einen Einfluss auf die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit haben (Badenhorst et al., 2022). Ein optimierter Schlafrhythmus und ein ausgewogenes Verhältnis aus Belastung und Erholung, kann sich positiv auf die Behandlung von menstruationsbedingten Symptomen auswirken (Masuda & Okada, 2023).

Gerade in der Vorbereitung auf ein so wichtiges Event wie die Olympischen Spiele, besteht eine immense Notwendigkeit Kommunikationslücken in Bezug auf die Zyklusgesundheit zwischen Trainer*innen und Sportlerinnen zu schließen. Eine gemeinsame Gesprächsbasis trägt zu einem beidseitig besseren Verständnis und einer besseren gesundheitlichen Unterstützung der Athletinnen bei und fördert dadurch die Leistung und das Wohlbefinden (Bergström et al., 2023).

Athletinnen, die ihren Körper gut kennen, sich richtig und entsprechend ihres Trainings ausreichend ernähren, sowie einen guten Umgang mit zyklusbedingten Symptomen gefunden haben, sollten, unabhängig davon zu welchem Zeitpunkt ihres Zyklus ihr Hauptwettkampf stattfindet, Topleistungen erbringen können.

In diesem Sinne wünschen wir allen Athletinnen noch eine gute Vorbereitung und viel Erfolg bei den Spielen.

LITERATUR:

Badenhorst, C. E., Forsyth, A. K., & Govus, A. D. (2022). A contemporary understanding of iron metabolism in active premenopausal females. Frontiers in Sports and Active Living, 4, 903937. https://doi.org/10.3389/fspor.2022.903937

Bergström, M., Rosvold, M., & Sæther, S. A. (2023). “I hardly have a problem […] I have my period quite rarely too”: Female football players’ and their coaches’ perceptions of barriers to communication on menstrual cycle. Frontiers in Sports and Active Living, 5, 1127207. https://doi.org/10.3389/fspor.2023.1127207

Masuda, H., & Okada, S. (2023). Menstruation-related symptoms are associated with physical activity and midpoint of sleep: a pilot study. Frontiers in Global Women’s Health, 4, 1260645. https://doi.org/10.3389/fgwh.2023.1260645

McNamara, A., Harris, R., & Minahan, C. (2022). ‘That time of the month’ … for the biggest event of your career! Perception of menstrual cycle on performance of Australian athletes training for the 2020 Olympic and Paralympic Games. BMJ Open Sport & Exercise Medicine, 8(2), e001300. https://doi.org/10.1136/bmjsem-2021-001300

Welde, B., Kellawan, J. M., Larson, R. D., Morseth, B., Osborne, J. O., & Sandbakk, Ø. (2024). Editorial: The physiology of the female athlete—performance, health, and recovery. Frontiers in Sports and Active Living, 6, 1433336. https://doi.org/10.3389/fspor.2024.1433336

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